Angelo on Earth
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Reisen·18. Mai 2026·2 Min. Lesezeit

Was fremde Orte mit uns machen

Wir leben für 30 Tage Urlaub und vergessen dabei fast die anderen 335.

Wir besuchen fremde Orte meistens, um Urlaub zu machen. Um abzuschalten, um die Sorgen zu Hause für ein paar Tage zu vergessen. Und es funktioniert ja auch. Die ersten Tage fühlen sich an wie ein anderes Leben.

Ich kenne das gut. Die ersten ein, zwei, vielleicht drei Tage rede ich noch ganz euphorisch über den Urlaub. Über das Essen, das Licht, das Meer, das alles. Dann passiert etwas Leises. Der Alltag holt mich wieder ein, obwohl ich noch gar nicht zu Hause bin. Die Mails im Kopf. Die Liste, die wartet. Und der Erholungseffekt verschwindet, ohne dass ich genau sagen könnte wann.

Was bleibt, ist die Sehnsucht nach dem nächsten Mal. Nach dem nächsten Urlaub, der das dann wieder geradebiegen soll.

Irgendwann ist mir aufgefallen, wie das Verhältnis eigentlich aussieht.

Wir leben für 30 Tage Urlaub und vergessen dabei fast die anderen 335.

Warum mich das nicht mehr loslässt

Lange habe ich das für selbstverständlich gehalten. So läuft es eben. Man arbeitet das Jahr über, und der Urlaub ist die Belohnung. Aber je öfter ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, ob diese Aufteilung wirklich passt. Ich plane mein halbes Jahr um die paar Wochen herum, in denen ich richtig abschalte. Und der Rest läuft oft einfach so nebenher.

Das Reisen selbst ist nicht das Problem, im Gegenteil. Spannend ist eher, was es über den Rest verrät. Wenn ein Ort weit weg dafür sorgt, dass ich mich so lebendig fühle, dann lohnt sich die Frage, wie viel von diesem Gefühl auch in die anderen 335 Tage passt.

Was ich daraus mitnehme

Eine fertige Antwort habe ich nicht. Vielleicht geht es gar nicht um mehr Urlaub, sondern darum, dass sich auch ein ganz normaler Tag nach meinem Leben anfühlt und nicht nur nach Warten auf den nächsten. Ich weiß nur, dass ich die 335 Tage nicht mehr nur als Pause zwischen zwei Reisen sehen will.